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Hochwasserschutz: Konzept macht Fortschritte

Angeschoben von der Interkommunalen-Allianz Region MainSteigerwald und unter fachlicher Mitarbeit des Wasserwirtschaftsamts Bad Kissingen haben sich die Stadt Volkach und Gerolzhofen, die Gemeinden Frankenwinheim, Lülsfeld, Oberschwarzach, Dingolshausen, Michelau und Kolitzheim Sulzheim, in Sachen Hochwasserschutz zusammengeschlossen. Die Gemeinde Michelau mit Bürgermeister Michael Wolf an der Spitze hat die Trägerschaft übernommen.

Die Hochwasserereignisse im Juli haben gezeigt, wie wichtig ein gemeinsames Hochwasserschutzkonzept, das den kompletten Bachverlauf sowie dessen Einzugsgebiet umfasst.

Das Büro Hydrotec Ingenieurgesellschaft für Wasser und Umwelt mit Sitz in Aachen hatte vergangenes Jahr die Ausschreibung für das zu erstellende Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept gewonnen. Ein Spezialgebiet des Büros ist es, mittels Rechenmodellen mögliche Hochwasserlagen zu simulieren und daraufhin Schutzmaßnahmen gegen die vom Wasser ausgehenden Gefahren zu entwerfen.

Dauer- und Starkregen haben Anfang Juli zu enormem Hochwasser in der Region geführt. Deshalb machte sich Projektleiter Leandro Mücke ein Bild von der Lage vor Ort. Bei der Vor-Ort-Begehung wurden Bereiche, die bei dem Hochwasser zu Problemen geführt haben, mit Bürgermeisterin und Bürgermeister, Bauhof, Wasserversorgung und Feuerwehr sowie dem zuständigen Wasserwirtschaftsamt abgestimmt. Das in Arbeit befindliche Konzept wird durch die gewonnenen Erkenntnisse angepasst oder erweitert. Mittlerweile sind die Planungsarbeiten auch soweit fortgeschritten, dass die beteiligten Kommunen noch im Herbst dieses Jahres erste Ergebnisse zu Gesicht bekommen werden.

 

Zunahme des "Jahrhunderthochwassers"

Messlatte für den angestrebten Schutz ist es, die Anwohner der Volkach sowie auch die der Weidach und der Schwarzach und deren Zuflüsse vor den gravierenden Auswirkungen eines sogenannten Jahrhunderthochwassers weitgehend zu bewahren. Ein solches "HQ 100", wie es Fachleute nennen, ist allerdings eine rein statistische Größe: Die Natur hält sich natürlich nicht daran, dass ein Hochwasser solcher Dimension nur in Abständen von 100 Jahren auftritt. Der fortschreitende Klimawandel und die damit einhergehende Zunahme an Starkregen-Ereignissen dürfte Bäche und Flüsse künftig deutlich häufiger zu solchen Dimensionen anschwellen lassen.

 

Kommunaler Zusammenschluss bietet viele Vorteile

Das Besondere an den hiesigen Plänen ist, dass alle Volkach-Anrainer nicht nur in einem Boot, sondern an einem Tisch sitzen, um wörtlich betrachtet von der Quelle des Baches im Steigerwald bis zu dessen Mündung in den Main in Volkach ein gemeinsames Konzept zum Schutz der Anrainer zu entwickeln.

Auf dieser Basis wird ein nachhaltiges Maßnahmenkonzept für Hochwasserschutz und -rückhalt erarbeitet und abgestimmt werden. Der Zusammenschluss der Kommunen ermöglicht eine umfassende wasserwirtschaftliche Analyse der Einzugsgebiete und bringt Ergebnisse, von denen alle beteiligten Gemeinden stark profitieren werden.

Mindestens drei mögliche Lösungsvarianten sind für den Hochwasserschutz zu erarbeiten. Diese sollen zudem mit einem zweiten Ziel zusammenpassen, das die Kommunen verfolgen: die Erstellung eines Bewässerungskonzepts für die Region zwischen Main und Steigerwald

 

Gewässerökologie und Landwirtschaft im Blick

Neben Hochwasserschutz und Wasserrückhalt sind bei der Konzeptentwicklung der Erhalt oder die Verbesserung der Gewässerökologie, die Verringerung der Bodenerosion sowie die Wiederherstellung des natürlichen Wasserhaushalts zu beachten. Auch durch den Klimawandel zu erwartenden Veränderungen und das parallellaufende Bewässerungskonzept werden einbezogen.

 

Stand des Projekts

Klar wird hierbei aber auch: Hochwasserschutz ist nichts, was sich auf die Schnelle umsetzen lässt. Eineinhalb Jahre haben alleine die Bestandsaufnahme in Anspruch genommen. 2019 wurde schließlich der Antrag auf staatliche Förderung eingereicht. Im Mai 2020 wurde die Erstellung des Konzepts genehmigt, verbunden mit der Zusage einer 75-prozentigen Förderungen durch den Freistaat Bayern. Gerechnet ab der Auftragsvergabe im Oktober 2020 hat das Büro Hydrotec insgesamt eineinhalb Jahre Zeit, um ein fertiges Konzept vorzulegen.

Danach müsse entschieden werden, was sich umsetzen lässt. Bei der späteren Umsetzung des Schutzkonzepts werde aber – auch aus Gründen der Wirtschaftlichkeit - niemals eine hundertprozentige Sicherheit vor Hochwasser erreicht werden können.