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Bürgerworkshop in Gerolzhofen


Umdenken hat Vorfahrt - unter diesem Motto hatte der Landkreis Schweinfurt im April die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises aufgerufen, sich an einer großen Mobilitätsumfrage zu beteiligen.

 

 

Nach der umfangreichen Befragung folgten in den vier interkommunalen Allianzen im Landkreis Schweinfurt die Bürgerworkshops. Für die Region MainSteigerwald fand der Bürgerworkshop am 18. Juli in der Evangelischen Erlöserkirche in Gerolzhofen statt. Engagiert erörterten die 25 Anwesenden die Planung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im südlichen Teil des Landkreises Schweinfurt.

Mit den Bürgerworkshops wurde ein Forum geschaffen, die Bürgerinnen und Bürger aktiv in den Planungsprozess einzubinden, eigene Vorstellungen einzubringen und die geplanten Linien zu begutachten. An drei verschiedenen Arbeitstischen wurden zu den Themen Linien und Haltestellen, ergänzende Angebote und Marketing gearbeitet. Die Bürger konnten ihre Idee und Wünsche zu allen Themen anmerken.

 

Dieter Stepner von der vom Landratsamt Schweinfurt beauftragten Kobra Nahverkehrsservice GmbH aus Kassel ging auf die Ergebnisse der Haushaltsbefragung von April ein. Demnach sei der Landkreis Schweinfurt stark Auto orientiert. So ist die Fahrzeugdichte im Landkreis sehr hoch. 70 Prozent der Haushalte verfügen über einen Zweitwagen, fast ein Drittel der Befragten haben sogar drei oder mehr Fahrzeuge. 3-4 Wege legen die Befragten im Durchschnitt am Tag zurück, was im Übrigen auch dem Bundesdurchschnitt entspricht. 78 Prozent davon werden allerdings mit dem Auto und nur 5 Prozent zu Fuß und 9 Prozent mit dem Fahrrad zurückgelegt. Auf den öffentlichen Nahverkehr entfallen 8 Prozent. In der Haushaltsbefragung gaben die Bürger als Wünsche unter anderem Folgendes an: eine bessere Anbindung (26 Prozent), faire Preise und verständlichere Tarife (13 Prozent) und eine bessere Taktung (12 Prozent). 

Bei den Workshops standen immer die jeweiligen Begebenheiten in den einzelnen Allianzen im Mittelpunkt. In Gerolzhofen wurde unter anderem leidenschaftlich das Thema Bahnanschluss diskutiert. Auch die bisher schlechte Anbindung zum Naturpark Steigerwald wurde angesprochen. Busverbindungen in die Nachbarlandkreise und Fahrradmitnahme im Bus sollten möglich sein. Ein großer Wunsch war daher der Verbundraum mit anderen Landkreisen und Städten in der Region Mainfranken, woran derzeit auch intensiv gearbeitet wird. Wünschenswert wäre es laut der Bürger auch, wenn der Bus in der Stadt Schweinfurt im Zentrum halten würde und ein Ticket-Nachlösen beim Umstieg entfallen würde.

An einem der Arbeitstische wurde das Thema ergänzende Angebote und die Frage, wie kann die Versorgung neben den Hauptstrecken gesichert werden diskutiert. Als Zusatzangebote wurden beispielsweise Ruftaxis, die die Orte bedienen, in denen es sich nicht lohnen würde große Busse einzusetzen, genannt.

Übersichtliche Tarife und Fahrzeiten sowie ein App-gesteuertes Auskunfts- und Buchungssystem war ein Wunsch, der vielfach bei dem Workshop zu hören war. 

 






Temperierung der Gebäudehülle nach Großeschmidt



Öffentlicher Vortrag und Diskussion

Mit Henning Großeschmidt


Am 9. November 2017 fand der Vortrag zur Temperierung der Gebäudehülle nach Großeschmidt in Gerolzhofen statt. Insgesamt 35 Zuhörer waren der Einladung der Region MainSteigerwald in die Minnesängerstube gefolgt.

 

Henning Großeschmidt,  Restaurator für Museen und Denkmalpflege führte zunächst in die physikalischen Grundlagen seiner Temperierungstechnik ein, die die Dämmung von Massivbauhäusern und die Beheizung der Innenraumluft als grundlegenden Irrweg sieht. Denn seit den siebziger Jahren wird erfolglos versucht, in Gebäuden mit Heizkörperheizung Heizenergie durch Dämmung der Gebäudehülle zu sparen. Als Folge der warmen Raumluft entsteht die Feuchtigkeitsaufnahme aus der Innenraumluft an allen Wandflächen, die kälter als die geheizte Raumluft bleiben. Die Wände werden feucht und verringern ihre Dämmfähigkeit. Zudem wird die Wärme beim Lüften aus dem Fenster geblasen und durch die Aufheizung einzelner Luftmassen entsteht ein Luftzug, der die Bewohner kühlt und Staubpartikel verteilt.

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Nach Großeschmidt macht es mehr Sinn, sich an die antiken Heiztechniken der Römer zu erinnern, die durch warme Luft sowohl Boden als auch Wände ihrer Badehäuser und später Wohnhäuser temperiert haben. Übertragen auf die heutigen Gebäude bedeutet dies, durch zwei Heizrohre an der Innenseite der Außenwände der gesamten Gebäudehülle gleichwarme Oberflächen im Gebäudeinneren zu schaffen. Dadurch werden feuchte Wände trocken gelegt und gehalten und die Dämmfähigkeit des massiven Mauerwerks erhöht. Durch die Abstrahlung der Wärme auch nach Innen werden die Räume behaglich warm, ohne die Luft aufzuwirbeln. Das Heizmedium ist demnach nicht die Luft, sondern das Mauerwerk selbst. Insgesamt kann die Technik die Folgen des Raumluft-Heizens bekämpfen: keine Staubumwälzung, keine Kondensation an den Wänden und somit kein Schimmelbefall. Zudem ist bei der Temperierung kein zusätzliches Dämmmaterial aus Styropor oder anderen Kunststoffen notwendig. Und schließlich kann die Technik in jedes Gebäude nachträglich eingebaut und verputzt werden und ist auch für denkmalgeschützte Gebäude in Massivbauweise oder Fachwerk interessant. Im Anschluss an den Vortrag stand Herr Großeschmidt noch für die zahlreichen Fragen der Zuhörer bereit.

Dieser Vortrag ist bereits der fünfte im Rahmen der Inforeihe Bauen und Innenentwicklung der Region MainSteigerwald. Die anderen Themen waren Wertermittlung bei Grundstücken, Sanierung eines Leerstandes, Energieausweis und Barrierefreiheit bei Gebäuden. Mit den Veranstaltungen wird über Themen der Innenentwicklung und Energie informiert, um Leerständen und einer Verödung der Ortskerne entgegenzuwirken.

 







Förderung bis 2019 bewilligt


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In der Bürgermeisterrunde MainSteigerwald am 07. März übergab Baudirektor Johannes Krüger vom Amt für Ländliche Entwicklung in Unterfranken den Förderbescheid 2016-2019.

Die Region MainSteigerwald wird damit auch in den nächsten Jahren dank der Förderung durch das Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken Projekte aus dem integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept umsetzen. Die elf Gemeinden Schwanfeld, Wipfeld, Kolitzheim, Lülsfeld, Frankenwinheim, Sulzheim, Donnersdorf, Michelau, Dingolshausen, Markt Oberschwarzach, Markt Eisenheim und die zwölfte im Bunde, die Stadt Gerolzhofen, einigten sich auf eine Fortsetzung der regionalen Zusammenarbeit. Bewilligt sind bis August 2019 Fördermittel in Höhe von 78.000 Euro für die Umsetzung des regionalen Entwicklungskonzeptes. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Fortsetzung der Bewerbung des 2FrankenRadweges, der Verstetigung des Regionalmarktes in Gerolzhofen, der Schaffung und Verbesserung kommunaler Förderprogramme für Bau- und Erhaltungsmaßnahmen in den Altorten, der Zusammenarbeit in der Gewässerentwicklung, der Etablierung der Inforeihe Bauen und Innenentwicklung, der Verbesserung des ÖPNV in der Region sowie der Entwicklung eines regionalen Kernwegenetzkonzeptes für die Landwirtschaft. Für letzteres wurde mit der BBV-Landsiedlung aus Würzburg ein externes Büro beauftragt. Dafür fließen zusätzlich 36.000 Euro Fördermittel.

Bis Dezember 2015 sind für die projektbezogene Umsetzungsbegleitung in die Region MainSteigerwald 315.000 Euro geflossen, darin enthalten sind auch die ILEK-Erstellung und das Energiekonzept, sowie Personal- und Sachkosten für die Umsetzungsbegleitung ab September 2012. Der Zuschuss des ALE betrug dabei 220.000 Euro (rund 70%). Bis 2019 sind weitere 104.000 Euro als Kosten veranschlagt, das ALE wird davon bis zu 75% fördern.