Kernwegenetz Drucken



Die Region MainSteigerwald hatte den Auftrag zur Erstellung eines regionalen Kernwegenetzkonzeptes an die BBV-Landsiedlung aus Würzburg vergeben. Im Zuge des Konzeptes wurden die landwirtschaftlichen Wegeverbindungen, auch zwischen den Gemeinden, optimiert. Sie müssen auf eine Breite von mindestens 3,5 Metern und auf ein Achslastgewicht von 11 Tonnen ausgelegt sein, um den heutigen Anforderungen der Landwirtschaft zu genügen. Aber nicht nur die Landwirte als Nutzergruppe sollen beachtet werden, denn zahlreiche Wege werden durch Wanderer oder Radler genutzt. Und auch die heimische Tier- und Pflanzenwelt findet in den Wegrandstreifen ein Rückzugsgebiet.
Zum Start des Projektes wurden zunächst die bestehenden Straßen und Wege in der Region erfasst und nach der jeweiligen Nutzung eingeteilt. So konnten zu Beginn schon Überbelastungen einzelner Strecken deutlich werden. Anschließend wurden mit den Gemeinden und lokalen Akteuren die Wege herausgearbeitet, die Teil des künftigen Wegenetzes sein sollen. Dabei erfolgten auch eine interkommunale Abstimmung in der Gesamtregion und die Abstimmung mit Fachbehörden, z.B. des Naturschutzes und der Wasserwirtschaft. Die künftigen ländlichen Kernwege wurden hinsichtlich Ihres baulichen Zustandes erfasst. Es folgte eine zeitliche Priorisierung, welche Wege in welchem Zeitrahmen ausgebaut werden sollten. Danach wurden die Kosten für die Maßnahmen geschätzt. Abschließend wurden die Ergebnisse in einen Maßnahmenkatalog überführt, der aufzeigt, in welcher Reihenfolge die Wege angegangen werden sollten und mit welchen Kosten und Förderungen dabei zu rechnen ist.

Das Projekt wurde mit 75% durch das Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken gefördert.

 

Übergabe des Kernwegenetzkonzeptes





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Am 24. Juli 2017 wurde das Kernwegenetzkonzept für die Region MainSteigerwald im Rahmen einer Bürgermeisterrunde den 12 Gemeinden feierlich übergeben. Die Vertreter der BBV-Landsiedlung gaben einen kurzen Rückblick auf die gemeinsame Konzepterstellung: Ausgehend von der Auftaktveranstaltung am 18. Januar 2016 im Rahmen einer Bürgermeisterrunde wurden im Februar die Arbeitsgrundlagen, allen voran eine digitale Flurkarte beschafft, mit der dann im März die ersten Ortstermine in den Gemeinden mit Vertretern der Landwirtschaft und Jagdgenossen stattgefunden haben. Am 7. März wurden die ersten Ergebnisse den Bürgermeistern und dem Amt für Ländliche Entwicklung als Förderstelle der Konzeption vorgestellt. Am 9. Mai waren 25 Fachstellen und Träger öffentlicher Belange, z.B. die Naturschutzbehörde und das Wasserwirtschaftsamt, ins Regionalzentrum Frei:Raum nach Dingolshausen eingeladen, um fachliche Vorabeinschätzungen zu den geplanten Wegen abzugeben, sofern Schutzgebiete betroffen waren. Im Herbst wurden die bestehenden Wege hinsichtlich ihres baulichen Zustandes erfasst. Die Ergebnisse der Wegenetzplanung wurden der Öffentlichkeit am 23. November in Schwanfeld und am 24. November in Gerolzhofen vorgestellt. Im Frühjahr 2017 haben die 12 Ratsgremien der Gemeinden das Konzept offiziell beschlossen, anschließend hat der Auftragnehmer die Unterlagen und den Konzeptbericht fertig gestellt. Jede MainSteigerwald-Gemeinde hat nun einen Konzeptplan mit einer zeitlichen Umsetzungsempfehlung für die einzelnen Wege und prognostizierten Kosten für den Ausbau. Die Gesamtlänge der Kernwege in der Region beträgt 139,5 Kilometer. Hinsichtlich Ausbauzustand der Kernwege sind 86,9 % bereits befestigt, 12,6 % sind Erd- bzw. Grünwege und nur 0,5 % sind Lückenschlüsse, die bei Bedarf neu gebaut werden müssten. Die Planer stellen fest, dass bei 20,1 % der Wege (28 Kilometer) dringender Handlungsbedarf aufgrund des Ausbauzustandes besteht und diese maroden Abschnitte in den nächsten fünf Jahren instandgesetzt werden sollten. Der Großteil der Wege von 48,7 % (68 Kilometer) sollte in den nächsten fünf bis 15 Jahren modernisiert werden. Der restliche Teil von 31,2 % habe noch länger Zeit, bevor diese Wege schließlich ausgebessert werden müssen.

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Für den Ausbau der Wege können die Gemeinden Fördermittel beantragen, wobei die Höhe der Förderung nach den jeweiligen Fördertöpfen und weiteren Kriterien, wie der landwirtschaftlichen Vergleichszahl, zwischen 50 % und 85 % variiert. Durch das regionale Konzept ist die Förderung auch ohne ein Flurbereinigungsverfahren möglich und fällt höher aus.

Das regionale Kernwegenetzkonzept MainSteigerwald wurde durch das Amt für Ländliche Entwicklung mit 75 % gefördert.

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